Presseberichte

Schriesheimer Winzer erneut unter den „Top Ten“

 Badischer Weinbauverband verleiht zum sechsten Mal einen „Ehrenpreis“ an die Winzergenossenschaft

 

Die Schriesheimer Winzergenossenschaft ist eine Klasse für sich. Es war der 14. Oktober 2008. Ein sonniger, nicht zu warmer Herbsttag. Als die Selections-Lese der besten Lagen des „Kuhbergs“ im Kelterhaus eintraf, wusste Geschäftsführer und Weinbau-Ingenieur Harald Weiss sofort, dass sie etwas Besonderes war. Die Spätburgunder-Trauben perfekt, gesund und tiefdunkelblau. 105 Grad Öchsle erreichten sie an Mostgewicht – also eine satte Spätlese. Eine Lese, die man am liebsten mit Samthandschuhen anfassen möchte. Möglicherweise ein Jahrhundert-Wein.

Diese Spätburgunder „Selection“ des Jahrgangs 2008 hat gehalten, was sie versprochen hat. Sie ist am Freitag (5. November) bei der Badischen Gebietswein- und Sektprämierung in Offenburg als einer der zehn besten Rotweine Badens ausgezeichnet worden. Bei den „Top Ten“ der Badischen Roten steht sie an der Seite von Schwergewichten vom „Durbacher Kochberg“ und der „Sasbacher Rote Halde“. Also mitten in der Bundesliga der badischen Weinerzeuger. Diese „Selection“, aber auch eine ganze Reihe anderer Weine der Schriesheimer Winzergenossenschaft, haben jetzt dafür gesorgt, dass die badischen Weintester einer der nördlichsten ihrer Genossenschaften wieder mit einem „Ehrenpreis“ geadelt haben – also als punktbesten Betrieb der Badischen Bergstraße.

Diese nach 2004, 2005, 2006, 2007 und 2008 nun zum sechsten Mal nach Schriesheim vergebene Auszeichnung ist für Harald Weiss einmal mehr „die Bestätigung unserer kontinuierlichen Arbeit und ein großes Dankeschön an alle unsere Winzer“. Insgesamt 25 Goldmedaillen und zehn Silbermedaillen wurden nach Schriesheim vergeben, darunter sind Dornfelder aus dem Barrique-Fass, St. Laurent, weitere Rotweine der Sorte Spätburgunder, Graue Burgunder, Weißburgunder und Chardonnay. Klassiker, wie der Silvaner in Kabinett- und Spätlese-Qualität und Raritäten wie der edelsüße Gewürztraminer mit seinen betörenden Aromen.

Als wiederholter Ehrenpreis-Träger der Badischen Bergstraße befindet sich Schriesheim nun auf einer Augenhöhe mit so berühmten Winzergenossenschaften wie Durbach in der Ortenau, Hagnau am Bodensee oder Oberbergen im Kaiserstuhl.

Der 2008er „Top Ten“-Wein wurde seinerzeit übrigens mit der gebotenen Sorgfalt behandelt. Acht Tage gärte der Most auf der Maische, täglich mehrfach von Hand gerührt. Dann reifte er im Badischen Winzerkeller in Breisach 20 Monate in aller Ruhe in Barrique-Fässern aus französischer Allier-Eiche im 14 Grad kalten Gewölbekeller. Optimal. Seit zehn Jahren wird die Selections-Lage von den Qualitätswinzern Winfried Krämer und Ludwig Mildenberger gepflegt. Bei der Ernte wurde exakt der optimale Reifepunkt der Trauben abgewartet.

Jetzt ist ein großer badischer Spätburgunder entstanden. An reife Wildkirschen, Brombeeren, aber auch an Pfeffer, Gewürznelke, Vanille und Nuancen von Zimt erinnert diese Aromabombe von Wein. Nur am Rande: Im Weinladen der Genossenschaft am Zehntkeller inmitten der Schriesheimer Altstadt ist der Primus für 14 Euro zu haben.

Die erneute Auszeichnung der Schriesheimer Winzergenossenschaft wertet Geschäftsführer Weiss als Bestätigung des konsequenten Qualitätskurses seit etwa 15 Jahren. In dieser Zeit wurde zum Beispiel die Ertragsfläche für den Spätburgunder auf rund 43 Hektar (von insgesamt rund 130 Hektar) erhöht. Etwa die Hälfte davon wird im Badischen Winzerkeller in Breisach zu Rotwein verarbeitet, der weitere Teil wird zu Weißherbst, Blanc de noirs, Rosé oder auch einem begehrten „Schriesecco Rosé“.

Die Winzergenossenschaft Schriesheim befindet sich im 80. Jahr ihres Bestehens weiter auf steigendem Kurs. Wenn am Mannheimer Stadteingang in den nächsten Wochen Tausende Menschen bei Harald Wohlfahrts „Palazzo“ schlemmen, gehört Schriesheimer Wein in allen Facetten zum Angebot – als einziger Badener zwischen den großen Pfälzern übrigens. Am 3. Dezember laden die Schriesheimer Winzer zu einem Kulinarischen Abend in den Zehntkeller ein.

 


Junge Wilde und Alte mit dem gewissen Etwas Weinprobiertag bei der Winzergenossenschaft in der Kuhbergstube – „Talblick“ tischte köstlich auf

Rhein-Neckar-Zeitung vom 06.11.2008

Schriesheim. (nip) Die ersten Besucher standen um elf Uhr schon vor der Türe der Winzergenossenschaft (WG). Eine Wanderung von Leutershausen nach Schriesheim nahmen die Weinliebhaber auf sich, um in der Kuhbergstube edle Tröpfchen zu verkosten. Die WG bot auf etlichen Tischen ihr gesamtes Sortiment, angefangen von Sekt und Schriesecco bis hin zum lieblichen, halbtrockenen oder trockenen Stöffchen.
Zum Eintrittspreis von zehn Euro durften die Gäste alles probieren – und das von elf bis 19 Uhr. Insgesamt 14 Winzer standen in zwei „Schichten“ für Fragen parat, boten Tipps und Informationen rund um den Wein. Das Wilhelmsfelder Restaurant „Talblick“ servierte dazu leckere Häppchen zu fairen Preisen.

„Schöne Erinnerung“

Achim Roth tischte köstlichen Odenwälder Wildschweinschinken mit Feigenchutney, gehobelten Mönchskopfkäse mit süssem Kürbis-Senf, gegrillte Maispourladenbrust mit Ingwer-Kürbisgemüse und Baileyscreme in der Schokoladentulpe auf. Ein wunderschöner Hingucker und insgesamt ein Gedicht.
Hübsch anzuschauen waren außerdem die Präsentkörbe und Verpackungen, die die WG auf den Ablageflächen der Kuhbergstube ausgebreitet hatte: „Wein ist doch auch ein schönes Geschenk, nicht nur zu Weihnachten“, meinte Geschäftsführer Harald Weiss. 1996 begann er seinen Job in Schriesheim, und im selben Jahr fand dann auch der erste Weinprobiertag statt: „Als Advents-Weinmesse“, erinnerte Weiss. Nach einer kleinen Pause nahm man die Neuauflage raus aus der stressigen Adventszeit mit ihren vielen Terminen. Das hat sich bewährt. „Nach dem Kaffeetrinken wird es hier richtig voll“, meinte Weiss weiter.
In lockerer und geselliger Runde konnte sich dabei jeder seinen eigenen Fahrplan zusammenstellen. Manche fingen mit Sekt an und hörten mit Rotwein auf, andere hielten sich ausschließlich an die Weißweine. Auf einem gesonderten Tisch standen die Archiv-Weine der WG, die allerdings nicht mehr im Verkauf sind: „Es geht einfach um den Vergleich“, erklärte Weiss. Der hatte es dann auch in sich.
Keine Frage, dass die jungen Weine elegant und süffig daherkommen. Die „Alten“ haben eine gewisse Reife, die sie zu etwas Besonderem macht: „So einen würde ich nie einfach beim Fernsehen nebenbei trinken“, wies Weiss beispielsweise auf eine Spätlese trocken, die zum 75-jährigen Genossenschaftsjubiläum aufgelegt wurde. Dreimal Gold heimste er ein: „Eine schöne Erinnerung“, so der Geschäftsführer weiter. Und die intensivere Auseinandersetzung mit den Archivweinen bewies ihre ausgezeichnete Lagerfähigkeit. Was Weiss freut, ist die Tatsache, dass sechs ganz unterschiedliche Exclusivweine aus 2007 beim diesjährigen „Palazzo“ in Mannheim vom Spitzenkoch Harald Wohlfahrt auf der Karte stehen. Und der Rückblick auf die diesjährige Lese? „Wir sind hochzufrieden mit der letzten Ernte“, bestätigte Weiss. Nach einem dramatischen Szenario zu Beginn kam den Winzern der Genossenschaft das Wetter entgegen. „Die Rechnung ging hundertprozentig auf“, bestätigte Winzer Hans Ringelspacher:

Info: Am Samstag, 29. November, wird mit dem „St. Laurent No. 1“ der Winzergenossenschaft der erste Wein des neuen Jahrganges präsentiert.


Western & Country Festival 2007
am 4.August 2007

In diesem Jahr hatte Petrus ein Nachsehen mit den Wilhelmsfeldern. Bei wunderschönem Wetter konnte unser 2. Western & Country Fest starten. Und dementsprechend war auch der Zulauf.

Der Nachmittag stand wie beim letzten Mal ganz im Zeichen der Kinder. Obwohl leider 2 Attraktionen (Kutschfahrten und ein Tipi) kurzfristig abgesagt werden mussten, hatten die Kleinen jede Menge Spaß beim Ponyreiten und Bogen bauen. Das kam so gut an, dass sogar noch für Nachschub an Haselnußruten und Kordel besorgt werden musste. Auch das "Bierkrug rutschen, Hufeisenwerfen, Marterpfahl bemalen oder Marshmallow-Grillen fand großen Anklang. Schon nach kurzer Zeit liefen fast alle Kinder mit "Kriegsbemalung" umher und nutzten das Gelände um "auf Jagd" zu gehen.

Beim Hufschmied Harald konnte man live miterleben wie Pferde neu beschlagen wurden.

Fürs leibliche Wohl war seitens des Talblick-Teams bestens gesorgt und so herrschte rundherum eine gute Stimmung.


Gegen Abend spielte dann die Country Music Band Arizona und sofort waren auch die Fans auf dem "Kuchenblech" und beeindruckten mit ihren Tanzkünsten.

Aus Brühl waren Westernfreunde des Buffalo’s Country Club Brühl e.V. angereist und zeigten in traditionellen Kostümen einige Tänze. Als dann die Dämmerung hereinbrach und neben dem Lagerfeuer auch noch die finnischen Fackeln ihr Licht verbreiteten, träumte sicher so manch einer vom wilden Westen. So suchte sich ein jeder seinen Lieblingsplatz aus - ob an der Bar oder am Feuer und genoss einfach die wunderschöne Atmosphäre bis in die Nacht hinein.

Ein besonderer Dank für die Unterstützung des Festes geht an:

Hornstein Elektrotechnik
Kling Versorgungstechnik GmbH
Initiative Erlbrunnen
RRSV für die Überlassung von Räumlichkeiten und Gerätschaften
SC Wilhelmsfeld
die Gemeinde Wilhelmsfeld

mehr Bilder gibt es hier

Kelterfest im Mitteldorf am 7.Oktober 2006
In der Geschichte Wilhelmsfelds spielte der Obstanbau eine bedeutende Rolle. Bis in die Mitte des 20 Jahrhunderts gab es sehr viele Obstbäume und Streuobstwiesen. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse gab es aber wenige Apfelsorten die Tafelobst lieferten, sondern Äpfel die als Backobst, zur Satftgewinnung (Keltern) oder Dörrobst (Schnitz) verwendet wurden.

Um an diese Tradition zu erinnern hat die Veranstaltergemeinschaft Freiwillige Feuerwehr / Talblick das mittlerweile jährlich stattfindende Fest für Wilhelmsfeld dieses Jahr unter das Motto "Keltern" gestellt.

In der Scheune der Familie Laier konnten Groß und Klein verfolgen, wie aus Äpfeln Apfelsaft wird. Hierzu wurden die Äpfel zuerst gewaschen und faule Äpfel per Hand aussortiert. Im Anschluss wurden diese dann in einer Apfelmühle zerkleinert und durch zwei Steinwalzen gequetscht. Den so entstehenden Brei nennt man Trester oder Maische, welcher in eine Presse gefüllt wurde. In dieser Presse wurde dann der Apfelsaft aus dem Trester gepresst und konnte sofort gekostet werden.

Für die Kinder gab es neben der Vorführung zur Herstellung von Apfelsaft ein buntes Kinderprogramm. Die kleinsten konnten sich beim Kinderschminken verwandeln lassen, die größeren nahmen am Feuerteufel schnitzen teil. Dazu dienten Futterrüben, die erst ausgehöhlt und dann mit Gesicht verziert wurden. Nach Einbruch der Dunkelheit wurden die jetzt mit Kerze ausgestatteten Feuerteufel begutachtet und prämiert. Alle Kinder erhielten ein Prämie. Die besten drei Feuerteufel kamen von Anne Hedemann, Janika Laier und Till Oelschläger.

Ein kleines Puppenspieltheater, organisiert und aufgeführt von Sigrid Laier und Ihren Kolleginnen rundete das Kinderprogramm ab.

Unser Dank geht hier an alle Frauen, die uns bei der Gestaltung und Durchführung des Kinderprogramms unterstützt haben.

Wie immer bei den Festen des Veranstalterteams, hatten auch diesmal wieder Achim Roth und seine Mitarbeiter vom Talblick besondere kulinarische Spezialitäten vorbereitet. Passend zur Jahreszeit und dem Thema Apfel gab es leckeren Apfelmostbraten, pikante Kürbis-Mostsuppe, frisch zubereitete Apfelkrapfen u.v.m.

Von 18:00 - 22:30 Uhr spielte dann Harald Walz auf. Ob mit Gitarre, Keyboard, Saxophon und Gesang, ob mit eigenen Mundartliedern oder Hits von Peter Maffay oder Joe Cocker, sorgte das Duett "Harald Walz" bei alt und jung für so richtig Stimmung.

Inzwischen war die Scheune der Familie Laier als Bar und Diskothek umgebaut, wo es bis in die frühen Morgenstunden bei guter Laune und Stimmungsmusik so richtig hoch herging.

Wir bedanken uns bei allen Gästen, die uns trotz des nicht optimalen Wetters besucht haben, und so das Fest ein weiteres mal zum Erfolg werden ließen.

Mehr Bilder gibt es hier

Espresso 2005
Der Gastroführer von Meier


Gerade mal 13 Euro bezahlen wir für das Tagesmenü, das mit einer deftigen Grünkernsuppe startet. Das Hauptgericht -Sauerbraten mit hausgemachten Spätzle- ist ohne Tadel: drei Scheiben wunderbar durchzogenes Fleisch, schön säuerlich, dazu jede Menge guter Spätzle und reichlich Gemüse mit Farbe und Biss. Das Dessert: ein Erdbeertörtchen in Konditorenqualität. Manuela Roth, die Frau des Chefs, hat das süße Handwerk gelernt. Mit ihren fruchtigen Kreationen und ihren österreichischen Süßspeisen adelt sie die – das ist jetzt positiv gemeint – Kreuz-und-quer-Küche ihres Mannes Achim. In dritter Generation führt er dieses kleine Restaurant, und bevor es 1996 soweit war, hat er unter anderem auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet. So kommt´s, dass wir auf seiner Abendkarte neben Klassikern aus der Region traditionelle italienische, spanische, Schweizer und asiatische Gerichte entdecken. Auf den Tellern finden wir Akuratesse, Kreativität, Professionalität und Internationalität, wie wir sie in dieser Kombination unten im nebelgrauen oder sommerschwülen Rheingraben so oft vermissen. Und das zu Preisen, die das Benzingeld für die Anfahrt mehr als wett machen.


Stadtmagazin meier

Zwischen Odenwald und Übersee - Talblick
"Der Name hält was er verspricht. Hoch über dem Wilhelmsfelder Talkessel thront das behagliche, Anfang letzten Jahres frisch renovierte Anwesen, das indessen noch immer den Charme der 70er Jahre versprüht. Vom Speiseraum aus eröffnet sich den Besuchern ein unverbaubarer Blick auf Wiesen, Wälder und Höhen, und zur Sommerzeit kitzelt den Terrassengästen gar der Duft frisch gemähter Wiesen in den Nasenflügeln.
Spiritus rector Achim Roth, ein echtes Wilhelmsfelder Gewächs, der nicht nur an vielen Herden in ganz Europa wirkte, sondern sich zuletzt auch in der Nobelkom-büse eines 5-Sterne-Kreutzfahrtschiffes auf den Weltmeeren tummelte. Jetzt ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt, um auch hier den Duft der großen, weiten Welt Einzug halten zu lassen.
Entsprechend multikulturell liest sich die Speisekarte - zumindest an den Aben-den, wo dann Köstlichkeiten wie die erfrischende Kokosmilch-Limonensuppe mit frittierten asiatischen Teigtaschen, Thunfischfilet im Sesammantel mit Aioli oder der mexikanischen Tortillakorb mit Truthahnbrust, roten Bohnen, gebratener Paprika, Tomaten, Zwiebeln, geriebenem Käse und Avokado-Sauerrahm das Angebot dominieren – selbstverständlich im monatlichen Wechsel.
Tagsüber wird zudem den zahlreichen Wandersleuten und Ausflüglern, die nach regionaler Fischküche bis Maultaschen mit Zwiebelschmelze und Salat bis hin zu Kalbszünglein mit Estragonrahmsauce lechzen, Rechnung getragen.
Bei unserem Besuch gab`s noch Spargel satt, was wir uns nicht entgehen lassen wollten, zumal sich in der Zubereitung des königlichen Gemüses der wahre Meister zeigt: nicht holzig und hart oder gar matschig-verkocht sollen sie sein, sondern butterzart und dennoch genau auf den Punkt gebracht, was der Küche trotz einigen Andrangs keine Mühe machte. Aus Frankenthal kamen die aroma-tischen Spitzen, und wir waren vollauf zufrieden, sowohl beim erfrischenden Salat von weißem und grünen Spargel mit einer leichten Balsamicosauce, als auch bei den Stangenspargel, die zur zarten Perlhuhnbrust im sanften Sößchen gereicht wurden. Ein Blick auf die Dessertkarte (z.B. Orangen-Mascarponecreme mit Schokoladenblättern und Erdbeeren) und das Viergang-Menü lohnen allemal.


Espresso 2000/2001

Höhenrestaurant nennt sich das Talblick in Wilhelmsfeld. Und tatsächlich sind von Schriesheim oder Ziegelhausen kommend innerhalb weniger Minuten 350 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Besonders fällt das im Winter auf, wenn sich auf dem Weg nach oben die weißen Flecken rasch vergrößern und sich im Hand-umdrehen eine geschlossene Schneedecke zeigt, während unten noch das Grau regiert. Aber auch wer im Sommer die schwüle Luft des Rheintals hinter sich lässt, kann nach wenigen Minuten Fahrt auf der idyllischen Terrasse die frische Odenwaldluft um die Nase wehen zu lassen. Aber das Talblick ist nicht nur ein Ausflugslokal. Neben regionalen und saisonalen Spezialitäten wie z.B. Wild oder Spargel wird hier auch feine internationale Küche geboten. Achim Roth hat sich einige Jahre in den Küchen der großen weiten Welt umgesehen, zuletzt auf einem Fünf-Sterne-Kreutzfahrtschiff mit internationaler Küchenbesetzung.
Im vergangenen November nutzte er einen Urlaub in Singapur, um seinen asiatischen Kollegen über die Schulter zu sehen. Und so verwundert es nicht, dass bei ihm ein leckeres Zitronenhühnchen und gegrillte Spießchen mit Erdnusssauce auf dem Programm stehen. Übrigens nicht jene allseits bekannte schwere indonesische Variante, sondern eine eher leichte, aber dafür um so delikatere. Auch die Anregungen aus der französischen Küche sind nicht zu übersehen. Muscheln im Weinsud, Lammrücken mit Thymian oder Creme brullé sind immer wieder gern gesehene Grüße von unseren Nachbarn jenseits des Rheins. Jedenfalls wenn sie so stilecht und schmackhaft zubereitet werden wie hier. Besonders erwähnens-wert sind auch die Künste der Dame des Hauses. Sie ist ihres Zeichens Konditormeisterin, so dass auch ein Besuch am Nachmittag für ausgiebigen Gaumen-kitzel geeignet ist.


Rhein-Neckar-Zeitung vom 9.01.2003

Das Talblick: Beste Aussichten für Genießer
"Verheierte" findet man kaum noch im Odenwald. Nicht, das man in den Tälern und auf den Höhen zwischen Neckar und Main die Ehe scheut, aber den dicken Eintopf aus Kartoffeln und Spätzle in Rinderbouillon, der zusammen mit dem Suppengemüse serviert wird, den findet man kaum noch auf den Speisekarten der Restaurants im Odenwald. Dabei gibt es noch mehr als genug Liebhaber der tradi-tionellen bodenständigen Küche. Das zeigte sich nicht zuletzt, als in Wilhelmsfeld der "Talblick"-Wirt Achim Roth einen Abend lang ausschließlich Odenwälder Spezialitäten servierte.
Die Gaststätte im Oberdorf des Luftkurortes, kurz hinter der Abzweigung nach Altenbach, ist schon seit Jahr und Tag Anlaufstelle für hungrige Wanderer und für Einheimische. 1951 eröffnete der Großvater des heutigen Besitzers das Gasthaus. Damals wie heute genossen die Besucher nicht nur Speis und Trank, sondern auch den freien Blick aufs Tal und auf die umliegenden Hügelketten. Der Talblick ist nach wie vor der gleiche, verändert hat sich jedoch das Angebot, seit Achim Roth 1996 die Regie übernommen hat. Auf der Karte finden sich neben Ochsenbrust, Maultaschen oder geschnetzelten Schweinsnierchen nun auch bretonischer Steinbutt in Pinienkernkruste mit Thymiannudeln, Perlhuhnbrust mit Salbeipolenta und Zitronensauce, oder ein marinierter roher Lachs mit japani-schem grünen Meerrettich im frittierten Frühlingsrollenblatt.
Darin dokumentieren sich prägenden Erfahrungen der Lehr- und Wanderjahre von Achim Roth. Nach der Ausbildung im Heidelberger "Ritter", verschiedenen Stationen in Deutschland und Österreich - unter anderem in Seefeld und zuletzt wiederum in der Heidelberger "Hirschgasse" - arbeitete er auf einem Kreuzfahrtschiff. Es ist üblich, das in den angelaufenen Häfen die Gastköche des jeweiligen Landes an Bord kommen - von ihnen ließ sich Roth in der Landesküche unterweisen und mit vielen von ihnen steht er nach wie vor in regem Austausch. Der Spagat zwischen heimischer und exotischer Küche wird machbar durch eine jeweils unterschiedliche Tages- und Abendkarte.Während tagsüber einheimische Gerichte die Karte prägen, kann man abends auf kulinarische Weltreise gehen - was zu der paradoxen Situation führt, dass Gäste aus dem weiten Umkreis kommen, um hier die selten gewordene, gute bodenständige Küche zu genießen, und andererseits die Leute aus dem näheren Umfeld froh sind, für anspruchsvollere Wünsche nicht in die nächste Großstadt fahren zu müssen. Und die einen wie die anderen schätzen es, dass gehobenes gastronomisches Niveau hier in einem "normalen" Rahmen zu haben ist. Das bedeutet, gepflegtes Ambiente, aber keineswegs elitäres Gehabe. "Bei uns wird durchaus auch mal herzhaft und laut gelacht", sagt Achim Roth; und auch abends ist die Krawatte kein Muss. Vor allem aber verlieren die Preise nicht die Bodenhaftung. Die Obergrenze liegt bei 25 Euro, ein ansprechendes Tagesmenü ist auch schon für die Hälfte zu haben.
So spricht auch nichts dagegen, im "Talblick" mit der Familie fein essen zu gehen, zumal auch die Kinderkarte jenseits von Schnitzel-mit-Pommes ein echtes Angebot bereithält. Von hausgemachten Nudeln auf frischer Basilikum-Tomatensauce bis zu Putenmedaillons können die kleinen Gäste aus immerhin fünf Gerichten wählen. Besondere Akzente setzt zudem Manuela Roth, die mit ihrem Mann gemeinsam in der Küche steht. Die gebürtige Österreicherin und gelernte Konditormeisterin ist für die Nachspeisen und das nachmittägliche Kuchenbuffet zuständig. Es hat sich herumgesprochen, dass hier original österreichische Mehlspeisen "wie im Urlaub" serviert werden: Mohnnudeln, Kaiserschmarren, Marillenknödeln oder die echte Linzertorte. Anklang finden aber auch die Heidelbeer-Pofesen (Arme Ritter) oder das Zwetschgeneis-Parfait mit Marzipansauce.
Spuren österreichischer Küche finden sich auch immer mal wieder auf der Karte; und einmal im Jahr gibt es den großen "Jausen-Abend" mit alpenländischen Spezialitäten wie saure Presswurstsülze in steirischem Kürbiskernöl, gebackene Kalbsbeucherl mit kalter Kräutersauce oder angebratene Kasknödel mit Vogerlsalat. Der Jausen-Abend reiht sich ein in eine Serie von Sonderveranstaltungen, die jeweils unter einem bestimmten Motto stehen

 
Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2010 by Medianator